Seit gut sechs Jahren findet immer kurz vor der eigentlichen Bundestagswahl die „U 18-Wahl“ statt. Kinder und Jugendliche simulieren bei diesem Projekt die Bundestagswahl und wählen – ebenso wie neun Tage später die eigentlichen Wahlberechtigten – Parteien, die zur Wahl für den Bundestag antreten. Rund 126.000 Unter-18-Jährige aus ganz Deutschland hatten am vergangenen Freitag an dieser Wahl teilgenommen. Nach Auszählung von 910 der 1125 Wahllokale veröffentlichten die Organisatoren ihr vorläufiges Endergebnis.
Die SPD lag mit 20,41 Prozent knapp vorn, dicht gefolgt von den Grünen mit 20,04 Prozent und der CDU/CSU mit 19,31 Prozent. Die Linke erreichte 10,38 Prozent, die FDP 7,6 Prozent. Die Piratenpartei kam auf 8,72 Prozent.
Aber auch die NPD ist bei jungen Menschen eine Alternative zum heutigen Parteien-Einheitsbrei. Bundesweit würde die Partei auf 4,21 Prozent der Stimmen kommen. In Mitteldeutschland fällt die Zustimmung weit höher aus. In Sachsen erreichte die NPD12,78 Prozent, in Thüringen 9,42 Prozent, in Sachsen-Anhalt 7,14 Prozent und in Brandenburg 6,12 Prozent. Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern lag das Ergebnis mit 4,9 Prozent knapp unter der 5-Prozent-Hürde und ist damit das schwächste Ergebnis in den neuen Bundesländern.
Das beste Ergebnis in den westlichen Bundesländern für die NPD konnte das Saarland erzielen. Hier haben 3,92 Prozent der Jugendlichen der nationalen Heimatpartei ihre Stimme gegeben. Das schwächste Ergebnis erzielte Bremen, wo lediglich 0,86 Prozent der Jugendlichen der NPD ihre Stimme gaben.
Deutlich unter der 1 Prozent – Marke bewegten sich Republikaner und DVU. Die REP kamen bundesweit auf 0,47 Prozent und die DVU ereichte 0,3 Prozent.
Auch wenn die U 18-Wahl keine direkte Auswirkung auf das Bundestagswahlergebnis hat, sollte man den Ergebnissen durchaus Beachtung schenken. Immerhin handelt es sich bei den heute noch nicht wahlberechtigten U 18-Wählern um die Wähler von morgen. Schließlich werden sie sehr bald über die Zusammensetzung des Bundestages mitbestimmen. Nicht umsonst widmet die NPD und ihre Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten dieser Gruppe schon seit Jahren eine hohe Aufmerksamkeit. Zielgruppenorientierte Projekte wie die „Schulhof-CD“, das neue Comic „Hühner gegen Enten“ oder Schüler-Zeitschriften wie die „Perplex“ zeugen davon.
Auch der Gegner hat die Brisanz hoher Zustimmungswerte für die NPD bei dieser U-18-Wahl erkannt. Nicht umsonst titelt die „Sächsische Zeitung“ in ihrer Ausgabe vom 20. September: „Ergebnis der U-18-Wahl gibt zu denken“. Seit der letzten Jugendwahl hat man auch schon reagiert und versucht, den hohen Werten für die NPD entgegenzuwirken: Nicht nur mit den üblichen „pädagogischen“ Maßnahmen, sondern auch bei der Wahl selbst durch selektive Auswahl der teilnehmenden Wahllokale. Sieht man sich die Wahllokale genauer an, so fällt auf, daß diesmal nur wenige Berufsschulen – an denen die NPD-Zustimmung erfahrungsgemäß besonders hoch ausfällt – an den Wahlen teilnahmen, stattdessen jedoch mehr Gymnasien und linke Jugendclubs. Ohne diese Negativ-Auslese hätte es möglicherweise sogar für bundesweit 5% gereicht!

