Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti vergeht kein Tag, an dem nicht in den Massenmedien der brd um Spenden gebettelt wird. Rund 200.000 Menschen sollen den Tod bei dem Beben gefunden haben, selbst der Präsidentenpalast stürzte teilweise ein. Eine Tragödie für das bettelarme Land und seine Menschen, wer wollte dies bestreiten. Hunger, Chaos, Plünderungen sind das tägliche Los der Überlebenden.

Doch kam das Erdbeben nicht von ungefähr. Seismologen warnten schon lange vor einem größeren Beben in der bekannten Erdbebenrisikoregion. Seit Jahren kassierte Haiti internationale Hilfen, Fördergelder, Sachspenden und Hilfsgüter aus aller Welt. Dennoch hat die Regierung von Haiti es nicht verstanden, einen zumindest ansatzweise funktionierenden Zivil- und Katastrophenschutz aufzubauen. Korruption, Vetternwirtschaft, Wirtschafts- und Gewaltkriminalität bestimmen den politischen Alltag in dem Inselstaat. So ist es außerordentlich fraglich, wie viel der gespendeten Summen dann tatsächlich bei den hilfebedürftigen Betroffenen auch wirklich ankommen. Welche Gelder versickern in der korrupten haitischen Bürokratie oder in den Verwaltungen der Hilfsorganisationen selbst?

Ein anderes wichtiges Faktum aber ist folgendes Phänomen: Seit jeher sind die Bundesbürger Spendenweltmeister Nr. 1 in Europa. Mit tränenerstickter Stimme sammeln Moderatoren und Fernsehsternchen in Designergarderobe zur besten Sendezeit Geld für alle möglichen Krisenregionen ein. Um die Spendenbereitschaft zu verstärken, werden dann noch die entsprechenden Bilder eingeblendet. Bequem sitzt der bundesrepublikanische Wohlstandsbürger in seinem Fernsehsessel und macht vielleicht den einen oder anderen Schein locker (was dazu noch steuerlich absatzfähig ist) und kann, im Bewußtsein, eine gute Tat vollbracht zu haben, in den Schlaf sinken.

Darüberhinaus wirkt sich ein seit 65 Jahren anerzogener Schuldkomplex in nicht unerheblichem Maße auf das Spendenverhalten der zu Bundesbürgern mutierten ehemaligen Deutschen aus. Rein psychologisch betrachtet, steht hinter jedem Spendenaufruf, wozu auch immer, für den Regenwald, für die Robben, für die Eisbären, für Erdbebenopfer, die Auschwitz-Keule parat. Ihr seid schuldig, bis ins 7. Glied, also spendet gefälligst! Fernstenliebe statt Nächstenliebe, so lautet die Hilfs- und Spendendoktrin der brd. Einem Ablaßhandel gleich wollen sich nicht wenige br-disten von einer imaginären Schuld freikaufen. Nicht nur aus vermeintlicher Liebe zu den weit entfernten Fremden oder aus gutmenschlichem Betroffenheitswahn heraus, sondern auch aus Verachtung dem eigenen Volkstum gegenüber.

Vielen der Dauerspender ist es völlig gleichgültig, daß wenige Straßenzüge weiter vielleicht deutsche Hartz-IV-Familien vom Obst der Tafel leben müssen und gerade deutsche Kinder aus diesem Umfeld einer freudlosen Zukunft entgegen gehen.

Wer aufmerksam durch deutsche Städte geht, der erblickt häufig deutsche Landsleute, die Papierkörbe nach Pfandflaschen durchsuchen, während „goldkettchenbehangene Wohlstandsneger“ (Holger Apfel, MdL) grinsend danebenstehen. Merkwürdigerweise wird dieser neue Volkssport der Restdeutschen nur von diesen und nicht von Ausländern betrieben. Letztere sind sozial gut versorgt. Eine riesige Lobby aus Flüchtlingsräten, Beratungsstellen, Ausländerinitiativen und Behörden kümmern sich um ihre Existenz.

6,5 Millionen Menschen in der brd erhalten derzeit offiziell Hartz-IV-Leistungen, darunter 1,7 Millionen Kinder. Jeder vierte Hartz-IV-Empfänger ist erwerbstätig, das heißt, jeder vierte Hartz-IV-Empfänger verdient einen Hungerlohn und muß zusätzliche Leistungen zum Lebensunterhalt beantragen. In Berlin beträgt die Arbeitslosenquote mittlerweile 14 Prozent. Standen die Menschen vor über 20 Jahren in der „DDR“ vor den Geschäften Schlange, so stehen sie heute in der Schlange vor dem Arbeitsamt. 39 Arbeitslose kommen in Sachsen auf eine vermittelte Stelle. Jeder siebte in Sachsen erhält mittlerweile Sozialleistungen.

Das sind die Realitäten auch in Leipzig. Es gäbe also genug zu spenden und zu helfen – im eigenen Land, in der eigenen Stadt, gerade in sozialen Problemstadtvierteln im Leipziger Osten. In Volkmarsdorf, in Reudnitz, in Schönefeld erblickt Mann und Frau tagtäglich so viel Elend auf unseren Straßen.

Was wäre zum Beispiel, wenn auf deutschem Boden ein Erdbeben oder ein Tsunamie zehntausende von Opfern fordern und Schäden in Millionenhöhe verursachen würde? Könnten dann die Betroffenen auch mit einer Welle internationaler Hilfsbereitschaft rechnen? Kämen dann vielleicht Rosinenbomber der UNO oder gar der EU mit Zelten, Decken und Lebensmitteln? Wohl kaum. Wer dies glaubt, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen. Im Gegenteil. Linksautonome Nationalsadisten würden im Stil von „Bomber-Harris, do it again“ (Kranke Parole gegen den Gedenkmarsch für die Opfer des alliierten Bombenterrors am 13. Februar 1945, die seit Oktober 2009 auch an der S-Bahn-Brücke in Leipzig-Sellerhausen zu lesen ist) die Zerstörungen als „Strafe für Auschwitz“ feiern.

Wie war es 1997 zum Oderhochwasser oder als 2002 ein Hochwasser weite Teile von Sachsen überflutete? Auf den von Hochwasser bedrohten Dämmen standen keine „hochgeschätzten ausländischen Mitbürger“ (Richard von Weizäcker, Ex-brd-Präsident) oder  Prof. Maria Böhmers „Kulturbereicherer“. Kein Turban weit und breit zu sehen, keine Burka-Trägerinnen füllten Sandsäcke, bereiteten Notquartiere vor oder schenkten Suppe an die obdachlosen Deutschen aus. Deutsches Land war bedroht, deutsche Menschen hielten zusammen. Für kurze Zeit funktionierte situationsbedingt die Volks- und Notgemeinschaft. Allein geschafft, aus eigener Kraft!

Nationale Solidarität bewährt sich gerade in Notzeiten. Wer helfen will, der findet in Leipzig überall Gelegenheit dazu. Nicht nur im „Restaurant des Herzens“ oder bei den „Tafeln“. Ein 5- oder 10-Euro-Schein  für ein deutsches Hartz-IV-Kind läßt nicht nur dessen Augen leuchten, sondern sichert ihm die Schulspeise für einige Tage. Gut erhaltene Kleidung in den Kleiderkammern abgeben oder einfach mal für betroffene deutsche Langzeitarbeitslose mit ihnen zusammen ein kleines Hoffest organisieren. Helfen kann so einfach sein, hier in der Heimat und nicht nur in Haiti.

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